Die Eselsbrücke steht in den Startlöchern

Da muss man kein Hellseher sein, um das Ergebnis der letzten Ortsbeiratssitzung zum Bebauungsplan "Eselsbrücke" vorhersagen zu können, das im Wiesbadener Kurier unter der Überschrift "Ortsbeirat Neuhof für die Planung des Baugebiets 'Eselsbrücke'" nachzulesen ist.

Um was es dabei genau geht, haben wir vor ein paar Tagen im Blog veröffentlicht.
Mir sind Neu-Neuhofer lieber als ein überdimensioniertes Hochregallager mit jeder Menge zusätzlichem Lkw-Verkehr. Wenn ich mir die geplante Bebauung Eselsbrücke ansehe, reibe ich mir aber doch die Augen: stattliche Grundstücksgrößen zwischen 459 und über 600 Quadratmetern für elf schicke Einzelhäuser plus 2 mal Doppelhäuser auf kleinerem Grund.

Ich finde die Entwicklung langsam bedenklich: Es werden zusehends nur noch Bauflächen angeboten, die sich eine bestimmte Klientel leisten kann (auch wenn die Grundstückspreise für Familien ja von der Stadt etwas niedriger angeboten werden). Natürlich ist es toll, Haus und Grund zu besitzen, aber wird so die riesige Nachfrage tatsächlich gedeckt? Erschwinglicher Wohnraum geschaffen? Ein bisschen Sorge habe ich, dass Neuhof sich allmählich zum Sonnenberg von Taunusstein entwickelt. Die SUV-Dichte auf den Parkplätzen der örtlichen Discounter nimmt jedenfalls irgendwie mit der Erschließung von Baugebieten immer mehr zu....
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Kommentare

  1. Große Grundstücke für schicke Einfamilienhäuser. Erschwinglich nur für die obere Mittelschicht, weil mindestens eine halbe Million investiert werden muss für Grundstück, Haus und Garten. Und zudem zugeschnitten auf einen eigentlich nur sehr überschaubaren Lebensabschnitt. Oder wer braucht dauerhaft so viel Platz und einen großen Garten weit weg von einem belebten Zentrum? Also noch mehr gut situierte Kleinfamilien in Neuhof, Papa, Mama, zwei Kinder und drei Autos. Eintönig in der Masse! Und alles andere als nachhaltig und zukunftsweisend ist dieses flächenfressende energieintensive Konzept noch dazu. Wir müssen weg von Statussymbolen wie großen Häusern und fetten Autos! Weg von noch mehr Flächenversiegelung und hin zu kluger Verdichtung! Aber an dieser Stelle hat unsere CDU/FWG-dominierte Stadtpolitik die Zeichen der Zeit offenkundig nicht erkannt.
    Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Mehrgenerationen-Wohnprojekt, das Familien, Paare, Alleinstehende, Alte und Junge, Deutsche und Migranten unter einem Dach oder rund um einen Hof vereint? Das fördert Gemeinschaft, Vielfalt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Familien würden entlastet, und der Verbleib in der vertrauten Umgebung bis ins hohe Alter und sogar mit einer Behinderung wäre möglich. Solche oder ähnliche innovative Ideen für Neuhof im Entwurf des neuen Flächennutzungsplans? Leider Fehlanzeige. Wenig visionär, dieser Plan. Betreutes Wohnen auf dem Mosch-Gelände neben einem Baumarkt kann da doch allenfalls die zweite Wahl sein! Ich gebe zu, die "Eselsbrücke" am Ortsrand wäre für ein solches Wohnprojekt vielleicht nicht gerade der ideale Standort. Aber wie man hört, soll der halbe Ziegelhüttenweg in der Ortsmitte von einem Investor aufgekauft worden sein. Vielleicht traut sich die freie Wirtschaft ja, wofür unsere Politiker, die zurzeit am Ruder sind, offensichtlich zu altbacken und engstirnig sind? Das wäre doch mal was. Und wenn nicht, bleibt dort hoffentlich zumindest bezahlbarer Wohnraum bestehen oder wird zusätzlich geschaffen.

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  2. Muß ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mich um ein Grundstück im Baugebiet "Eselsbrücke" bewerben möchte ?

    Oder muß ich dann mein Auto verkaufen und mir einen Smart anschaffen ?

    Wurde eigentlich bei den alten Wohngebieten auch vor und nach dem Kauf ein Auto-Check durchgeführt ???

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