Vom Volumen des Hochregallagers und seiner dreidimensionalen Verteilung

Simulation: Stadt Taunusstein
-------------------------------------------------
Zu unserem Blog-Beitrag zur Zeppelinhalle am Bodensee, die wir zumindest in Breite und Höhe ins Verhältnis zum geplanten Hochregallager gesetzt haben, haben uns weitere interessante Betrachtungen aus der Leserschaft erreicht.

Der Brita-Masterplan nennt ja für das Hochregallager zwei Ausbaustufen:

  • Stufe 1 auf 2.511 Quadratmeter Grundfläche bei 30 Metern Höhe.
  • Eine Ausbaustufe mit weiteren 3.900 Quadratmetern Grundfläche bei ebenfalls 30 Metern Höhe.

Macht in der Summe also einen Klotz von 6411 Quadratmetern Grundfläche mit einer Höhe von 30 Metern.

Jetzt ein kurzer Blick in unsere vergilbte Formelsammlung: Das Volumen ermittelt sich aus Länge x Breite x Höhe.

Macht also für das Brita-Hochregallager im Endausbau ein Volumen von 192.330 Kubikmetern.

Erstmal nur eine Zahl, unter der man sich kaum was vorstellen kann.

Setzen wir das mal ins Verhältnis zur mächtigen und im Wortsinn überragenden Zeppelinhalle. Länge 109 Meter x Breite 69 Meter x Höhe 32 Meter bringt ein Volumen von 240.672 Kubikmeter.

Klick mich groß!
-------------------------------
Und zu einem Luftbild der Zeppelin-Halle zur weiteren Erläuterung.

Also schon ein Plus von ca. 22% zum geplanten Hochregallager in Neuhof. Trotzdem definitiv ein geeignetes Objekt, um sich mal klarzumachen, in welcher Liga und Größenordnung das bei uns geplante HRL spielt.


Meine persönliche Bewertung steht fest: am Brita-Hochregallager muss an der sichtbaren Höhe deutlich abgespeckt werden!

Den „Klotz“ - alle Rechte für den Begriff liegen bei Mathias Gubo vom Kurier - kann man nur auf zwei Arten halbwegs ortsverträglich einpassen. Einen Teil im Boden versenken. Wie es ja geprüft werden soll. Und, unter uns: das ist zweifellos teurer als einfach billig in die Höhe zu bauen, wie es aktuell noch geplant ist. Aber große bautechnische Probleme sehe ich bei einer „Tieferlegung“ des Hochregallagers nicht. Es sei denn höhere Baukosten werden als bautechnische Unlösbarkeit definiert ... Also, da sollte was gehen! Es geht halt wie fast immer ums Geld.


Variante 2 wäre, das Hochregallager von 30 auf z.B. 20 Meter Höhe zu reduzieren. Dann könnte man das „Hochregallager“ beinahe schon zum schnöden „Regallager“ umdeuten und so die Situation spürbar beruhigen. Das bedeutet natürlich eine größere Grundfläche. Aber mangelnder Platz scheint ja nicht das vorherrschende Problem im großflächigen Planbereich zu sein.

18 Meter Höhe wie die an das HRL angrenzenden Gebäude, das wär's. Der Vorteil dieser Variante: der bestehende Fichtengürtel wäre annähernd geeignet, das Regallager aus einer bestimmten Richtung beinahe zu verdecken.

Nun ist von verschiedenen Seiten (Stadt Taunusstein, Bürgermeister, Ausschuss für Stadtentwicklung) auch öffentlich angemerkt worden, man nehme die wichtigen Hinweise und Einwände aus der Bevölkerung ernst. Die Höhe des Hochregallagers in den endgültigen Festsetzungen des Bebauungsplans wird sicher ein "Schlüsselerlebnis", ob Worte und Taten zusammenpassen.


Man muss nochmal daran erinnern: derzeit lässt der Bebauungsplan hier eine Höhe von maximal 12,50 Meter zu. Dafür hat es damals bei den Festsetzungen Gründe gegeben und die sind heute nicht einfach hinfällig.

Abschließend: Jedwede Kritik, es gehe im Grundsatz darum die Ausbauplanungen und die Entwicklung der Firma Brita in Taunusstein zu verhindern, kann man "stecken lassen". Dass der Firma durchaus Raum für Veränderungen und Vergrößerungen gegeben werden soll, ist wohl durchgängiges Meinungsbild in ganz Neuhof.

Das muss aber in fairer Abwägung mit anderen Interessen geschehen. Und ja, auch mit Grenzen. Wenn sich dieser Gedanke bei allen Beteiligten und Betroffenen durchsetzt, kann das für alle Seiten ein Gewinn werden. Aber nur dann.

In den nächsten Tagen mach' ich mir hier mal Gedanken, warum es auch perspektivisch für Neuhof eminent wichtig ist, sich JETZT im vorliegenden Fall für eine ortsangemessene Planung und Beschlussfassung einzusetzen.

Kommentare